Aktuelles

Neuigkeiten, Änderungen und Ereignisse haben in einem Eifeldorf mit 60 Einwohnern eine andere zeitliche Bedeutung, als die in einer Stadt. Sie sind weit weniger spektakulär und in ihrer Abfolge erheblich langsamer.

So können Geschehnisse aus dem vorangegangenen Jahr immer noch als aktuell angesehen werden.

2015: Einführung eines Gemeindewappens

Bild: Wappen der Ortsgemeinde Manderscheid

Im Sommer konnte das Ortswappen durch Mitglieder des Gemeinderates installiert werden. Mitglieder des Gemeindrates konnten im August das Ortswappen zusammen mit ihrem Nachwuchs an den Ortseingängen befestigen. Einige Wochen später wurde das Ereignis gebührend gefeiert. Der Ortsbürgermeister hat die Bewohner von Manderscheid und Manderscheiderhof auf den Spodenhof eingeladen. Bei guten und reichhaltigen Speisen und ausreichend viel Getränken begann sich die Gästeschar erst vor Mitternacht aufzulösen. Die letzten verließen das Fest erst gegen 4 Uhr 30 am anderen Morgen. (Fotos davon gibt es leider nicht)



2018: Überflutung der Heilhauser Mühle
In den Morgenstunden des 01. Juni wurde die Heilhauser Mühle mit angeschlossenem Campingplatz durch die Prüm unter Wasser gesetzt. Teile des tiefer liegenden Campingplatzes wurden durch die Fluten zerstört.

Bild: Überflutung der Heilhauser Mühle 2018

Folgendes war geschehen:
Erhebliche Regenmengen waren in der Nacht vom 31. Mai auf den 01. Juni im Einzugsbereich der Prüm nieder gegangen. Diese Mengen, die bei ca. 50 mm Niederschlag lagen, hätten die Prüm zwar erheblich anschwellen lassen, zu einer Überflutung des Mühlengebäudes und des Campingplatzes hätten sie aber nicht geführt.

Im Einzugsbereich des Alf- und Bierbaches, beides nicht unerhebliche Zuflüsse der Prüm, ging jedoch in gleicher Zeit die dreifache Regenmenge nieder. Im Schutz der Nacht und der Abgeschiedenheit konnten sich hier unbemerkt erhebliche Wassermassen bilden und sich in Pronsfeld bzw. Lünebach in die schon gut gefüllte Prüm ergießen. Ab ca. 7 Uhr wälzte sich nun eine unheilbringende Flut die Prüm hinunter und traf gegen 7.30 Uhr die Heilhauser Mühle und den Campingplatz mit voller Wucht.

Personenschäden waren dank eiliger Warnmeldungen durch Polizei und Feuerwehr nicht zu vermelden; die materiellen Schäden waren aber erheblich.
Der tiefere Teil des Resturants stand unter Wasser. Lose aufgebockte Campingwagen oberhalb der Brücke wurden durch das Bauwerk zerlegt und inform von Trümmern flußabwärts transportiert; Campingwagen unterhalb der Brücke wurden von der Flut erfasst und ebenfalls über hunderte von Metern abgetrieben, wo sie sich im Uferbereich bzw. im Uferdickicht verkeilten.


2019: Restaurierung eines Wegekreuzes
An der Wegegabelung K 140 und dem Wirtschaftsweg nach Scheidchen steht ein Grabstein, dem die Bedeutung eines Wegekreuzes angedacht worden war. Dieser versank seit Jahren in Vegetation, wies schon erhebliche Verwitterungserspuren auf und bildete gerade am Ortseingang nach Manderscheid keine Willkommensgeste.

Bild: Wegekreuz vor Restaurierung

Das Gemeinderatsmitglied Thilo Stobbe störte sich an dem Erscheinungsbild des einzigartig schön gearbeiteten Grabsteines. Nach sorgfältiger Prüfung durch den Ortsbürgermeister Ewald Hermes auf mögliche Eigentumsrechte, erhielt Thilo Stobbe im Herbst die Genehmigung den Grabstein zu restaurieren. Nach großzügiger Entfernung des Wildwuchses wurde der Stein mit einer Winde in senkrechte Position gestellt, in mehreren Arbeitsschritten von Farbresten gereinigt und ausgebessert, wobei der konkav gearbeiteten Engelsfigur besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

Der Stein selbst besteht aus einem Sockel-, Unter-, Mittel- und Oberteil, der ursprünglich einen kreuzartigen, jedoch abhanden gekommenden Aufsatz trug. Die Gesamheit bildet einen Grabstein aus rotem ortsüblichen Sandstein, wobei das Mittelteil die konkave Engelerscheinung beinhaltet. Thilo Stobbe vermag es bis heute nicht zu sagen, ob es sich bei dem Mittel- und Oberteil des Steines tatsächlich um Sandstein handelt, oder ob hier ein rot eingefärbter Zementguß zur Anwendung kam, konnte man doch so täuschend echt und kostengüstig Steine dieser Art reproduzieren. (Klarheit würde hier nur eine chemische Analyse bringen…)

Aus Witterungsgründen wurde alles das, was roten Sandstein darstellen soll, mit hochwertiger Fassadenfarbe sandsteinrot und die Ebene für Schriftzüge cremeweiß gestrichen. Die Engeldarstellung wurde mit Acrylfarben dezent aufgewertet. Die weiße Marmorplatte wurde demontiert, gereinigt und geschliffen. Der Schriftzug wurde farblich erneut hervorgehoben und mit zeitgemäßen Befestigungsmitteln wieder angebracht.

Bild: Wegekreun nach Restaurierung

Während der Arbeiten wurden Inschriften endeckt, die trotz bewusster Unkentlichmachung folgendes über den Grabstein aussagen: Der Grabstein war einem Herrn Gerhard Kolff aus Greimelscheid gewidmet, der 1892 verstorben und auf dem Friedhof in Waxweiler beerdigt worden war. Nach Ablauf der Ruhezeit bzw. nach Auflassung der Grabstätte wurde der Stein vermutlich aus familiärer Bindungen nach Manderscheid von Bewohnern an Ort und Stelle aufgestellt. Dieser Stein sollte nunmehr als Wegekreuz an den Verstorbenen erinnern. Genaueres ließ sich bisher „im Dorf“ nicht in Erfahrung bringen. Vermutlich fand das Aufstellen des Steines während des Krieges statt, denn Altbürgermeister Willi Hermes, gestorben im September 2018, berichtete, dass der kreuzartige Aufsatz in den letzten Kriegstagen abhanden gekommen sein muss…

Nach Fertigstellung des Steines wurde eine stilvolle Buchsbaumbepflanzung vorgenommen. Bei den notwendigen Ausschachtungsarbeiten wurde der kreuzartige und längst verloren geglaubte Aufsatz unter einer Humusschicht in zwei Teilen wiedergefunden. Nach Restaurierung des Kreuzes wurde er dem Stein hinzugefügt, so dass nach 75 Jahren der Stein wieder vollständig ist.

Für Thilo Stobbe war das Wiederfinden der beiden Teile, die das Kreuz bilden, der erhabendste Augenblick der ganzen Aktion.